Forschungs-Oscar: Cube Dx gewinnt Houskapreis 2023 für lebensrettende Sepsisdiagnostik

Sepsis, auch als Blutvergiftung bekannt, zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Die Früherkennung und rasche Identifikation des Erregers sind essenziell, um eine wirksame Therapie einleiten zu können. Bei herkömmlichen Verfahren werden die Mikroorganismen aus dem Blut der Patient:innen kultiviert, was jedoch sehr zeitintensiv ist und mitunter Tage dauert. Mit „compact sequencing“ entwickelte Cube Dx ein Verfahren zum raschen Erregernachweis bei Sepsis. Dafür wurde das Unternehmen im April 2023 von der B&C Privatstiftung mit dem 1. Platz beim Houskapreis in der Kategorie „Forschung & Entwicklung in KMU“ ausgezeichnet und erhielt 150.000 Euro Preisgeld, das für die weitere Forschung verwendet wird.

 

Bernhard Ronacher, Molekularbiologe und Biochemiker sowie Gründer und Geschäftsführer von Cube Dx, über die Auszeichnung: „Wir sind überglücklich über den Preis und er ist ein Highlight in meiner mittlerweile rund zwanzigjährigen F&E-Tätigkeit. Mittels compact sequencing können wir im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren Erreger von Blutvergiftungen bereits innerhalb weniger Stunden nachweisen. Das kann Leben retten.

 

Houskapreis: Wirtschaftsförderung durch Forschung in Österreich

 

Mit einer Gesamtdotierung von 750.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung in Österreich. Die B&C Privatstiftung hat den Houskapreis im Jahr 2005 mit dem Ziel ins Leben gerufen, wirtschaftsrelevante Forschung zu fördern und damit zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich beizutragen. www.houskapreis.at

 

Idee entstand vor 15 Jahren

 

Vor 15 Jahren hatte Dr. Mag. Ronacher die Idee, ein Verfahren zu entwickeln, dass die Sepsiserreger innerhalb kürzester Zeit identifiziert. Mit Beharrlichkeit, Entschlossenheit und einer Vision, entwickelte er bei Cube Dx das Verfahren compact sequencing. Damit werden die Erreger bereits innerhalb von drei Stunden erkannt. Bei dieser sehr sensitiven Methode wird die spezifische DNA von Mikroorganismen im Blut nachgewiesen. „Rund 100 verschiedene Bakterien, Pilze und Resistenzgene aus Proben wie Speichel oder Blut werden gleichzeitig vermessen. So bekommen wir die Ergebnisse schnell, präzise und kostengünstig und bieten damit eine einzigartige Abdeckung“, so Dr. Mag. Ronacher. Speziell in der frühen Phase einer Sepsis wird die Schwere und Länge der septischen Episode maßgeblich beeinflusst. Bei einer frühen, gezielten antimikrobiellen Therapie – aufgrund des Wissens über den Erreger – besteht eine höhere Chance auf einen milderen und kürzeren Krankheitsverlauf. Die kostspielige Intensivpflege, die etwa € 5.000 pro Tag und Patient:in kostet, ist ein wichtiger Faktor in Bezug auf das Einsparungspotenzial.

 

In drei Stunden zu einem Ergebnis

 

Die aktuellen Standard-Nachweismethoden brauchen lange bis Testergebnisse vorliegen, da diese auf das Wachstum der Mikroorganismen in der Patientenprobe angewiesen sind. Der Median liegt dabei bei ca. 48 Stunden, bei einigen Mikroorganismen dauert es länger. Die Pathogenidentifikation von Cube Dx weist die DNA der Erreger hingegen direkt aus der Patientenprobe (Blut) nach und verzichtet so gänzlich auf die zeitintensive Kultivierung. Dadurch verkürzt sich die Zeit bis zum Ergebnis auf etwa drei bis vier Stunden.

 

Rasche Diagnose als entscheidender Faktor

 

Die rechtzeitige Erkennung von Sepsis ist entscheidend, da es sich um einen lebensbedrohlichen medizinischen Notfall handelt. Sepsis kann sich schnell verschlimmern und zu schweren Organschäden führen. Eine frühe Diagnose ermöglicht eine rasche Behandlung, verbessert die Überlebenschancen und minimiert langfristige Gesundheitsprobleme. Ohne schnelles Eingreifen besteht ein höheres Risiko teure, intensive medizinische Versorgung und für eine hohe Sterblichkeitsrate.

 

Enge Zusammenarbeit mit Forschungspartner

 

Das Department für Biomedizinische Forschung der Universität für Weiterbildung Krems fungierte im Projekt als Forschungspartner von Cube Dx. Unter der Leitung von Univ.-Prof.in Dr.in Viktoria Weber, untersuchte das Team unter anderem Einflussfaktoren, die den Erregernachweis im Blut hemmen können. Die Kooperation des Departments für Biomedizinische Forschung mit Cube Dx, geht auf das CD-Labor für Innovative Therapieansätze in der Sepsis zurück, das von 2013-2019 an der Universität für Weiterbildung Krems unter anderem an der Entwicklung verbesserter Diagnostikverfahren für die Sepsis arbeitete. Im Rahmen des COVID-Testlabors der Universität, wurde „compact sequencing“ erfolgreich zum Variantenscreening in SARS-CoV-2-positiven Proben eingesetzt.

Das Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck brachte umfangreiche klinische Expertise im Umfeld der Sepsisdiagnostik ein und definierte die Anforderungen an den Test. Die erste Generation des Produktes wurde im Rahmen einer Leistungsbewertungsstudie gemeinsam mit internationalen Partnern evaluiert und dokumentiert. Unter der Leitung von Univ.Prof. Dr.med.univ. Cornelia Lass-Flörl, schaffte das Team damit eine wichtige Voraussetzung für die Marktzulassung des Tests. Mittlerweile werden die Tests in der klinischen Routine eingesetzt. 

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